Spielwarenmesse 2025: Ich war auch dabei!

Von Peter Budig

Yésika Zuzunaga und Fabiana Monteblanco

Caramba Perú, Lima 

Auf dem Weg von der U-Bahn erzählten Yésika Zuzunaga (re.) und Fabiana Monteblanco ihre Geschichte. (Foto: © Peter Budig)

Yésika Zuzunaga war Fernsehmoderatorin, als sie Ihre Freundin Andrea Lanas aus Chile kennenlernte. Diese hat 2007 „Caramba – juguetes inteligentes“ (Intelligentes Spielzeug) gegründet. „Ihre Tochter war sehr begabt und sie hat immer besonderes Spielzeug gesucht – so begann alles“, erzählt Yésika Zuzunaga aus Peru. Sie ist später mit eingestiegen, so wurde Peru ein neuer Markt: „Das Leben ist zum Spielen da“, lautet das Motto, das die Marke vermitteln möchte: „Wir wollen die Vorstellungskraft und das Lernen von Kindern durch Spielen fördern, mit hochwertigem Spielzeug aus aller Welt“, erläutert uns Tochter Fabiana Monteblanco, die inzwischen im Marketing der Firma arbeitet und mit der Mutter nach Nürnberg gekommen ist. Kinderbücher, Brettspiele, wertiges Holzspielzeug, Spielzeug für Schulen sind auf der Homepage zu finden. Kunden sind vor allem Kaufhäuser und Ladenketten. „Die Spielwarenmesse ist unser wichtigstes Marktbaromenter, hier finden wir Neuheiten und Trends“, so Fabiana Monteblanco.

 

Verena und Dominik Müller

Drachenstark-Coaching, Heidelberg, Deutschland

Verena und Dominik Müller, kompetentes Geschwisterpaar mit drachenstarkem Auftrag: (Foto: © Peter Budig)

Drachenstark-Coaching ist ihr Programm, doch der offizielle Firmenname lautet „Müller -Hoch2“. Verena und Dominik Müller sind Geschwister, aber nicht zusammen aufgewachsen. Erst als junge Erwachsene haben sie sich wieder gefunden, und vielleicht erwachsen aus solch einem Lebensweg besondere Kräfte. Die brauchen sie, um Kinder stark zu machen. Sie haben unterschiedliche Ausbildungen absolviert, aber gemeinsam die Kenntnis für Coachings in Schulen, in der Einzelbetreuung, für Familien entwickelt. Immer geht es um Kinder, „Cyber-Mobbing ist ein großes Thema“, wissen sie aus Erfahrung. Auch das Zweitliga-Damen-Handballteam HLZ Rhein-Neckar-Pfalz setzt auf ihre Kompetenz. Für diese Arbeit helfen (Brett-)Spiele und manches Spielzeug weiter. „Spielend können Kinder neue Welten erfassen, Blockaden lösen sich“, so Verena. Die Spielwarenmesse ist nun einige Tage ihr Spielplatz, um neue Spiele zu entdecken und neue Ansätze zu entwickeln. 

 

Gustimops und Maxchromatica

Die Funko WG

Roxy und Max sind Stars auf TikTok – aber der eigentliche Star ist Funko. (Foto: © Peter Budig)

Die Spielwarenmesse ist ein Eldorado für Sammler – und der reine Wahnsinn sind die Funko-Figurensammler. „Funko, das sind so … Figuren: kleiner Körper, großer Kopf“, erklärt Sammlerin Roxy lächelnd. Offiziell heißt es bei Funko: „Faszinierende Sammelfiguren, die die Welt der Popkultur in deinen Händen lebendig werden lassen. Es gibt eine passende Funko Pop für jeden, egal ob man ein Fan von Demon Slayer, Naruto, Star Wars, Harry Potter oder Marvel ist.“ Roxy und Max haben sich – natürlich auf TikTok –kennengelernt, weil beide Funkos sammeln –in der Welt der Funko-Sammler sind sie auch jeder für sich ein Star, mit 42K und 260K Followern.

Hier ist das Video von der Messe.

 

Iris Neußner und Szabolcs Szilágyi

Winkler Schulbedarf, Karlstetten bei Wien, Österreich

Iris Neußner und Szabolcs Szilágyi aus Wien sind seit Jahren regelmäßige Besucher der Spielwarenmesse. (Foto: © Peter Budig)

Winkler Schulbedarf ist der Marktführer in Österreich. Der Hauptkatalog für das Schuljahr 2024/25 mit einer Auflage von 250.000 enthält über 10.000 Artikel, mit „tollen Gestaltungsvorschlägen, Basteltipps und aktuellen Trends auf knapp 700 Seiten.“Katalog ist im wörtlichen, analogen Sinne zu verstehen, ,bedrucktes Papier, weil unsere Zielgruppe in den Lehrerzimmern das so gewohnt ist“, erklärt Iris Neußner. Winklers Spezialgebiet sind Bastelmaterialien, Bausätze zum Schmücken, Bemalen, Zusammensetzen für die Kinder. Der beliebteste Bausatz ist ein Kaugummiautomat. „Nirgends ist die Auswahl für unseren Bedarf so groß wie hier in Nürnberg“, sagt Szabolcs Szilágyi.

 

Ruth Gomez

Mattel, Barcelona, Spanien

Ruth Gomez aus Barcelona ist drei Tage durchgetaktet in Nürnberg. (Foto: © Peter Budig)

Mattel ist – Achtung! – nach Lego der zweigrößte Spielwarenhersteller der Welt. Barbie und Ken, Fisher Price, Match Box, Supermann und unzählige andere Spielzeug-Größen leben unter diesem Dach. Ruth Gomez ist Markt-Expertin und arbeitet in der Lizenzabteilung von Mattel Barcelona: „Ich suche passende Produkte aus allen Kategorien, Kleidung und Bücher und halte Ausschau nach neuen Geschäftsfeldern. In diesem Jahr sind besonders Kinder und Erwachsene im Fokus. Überhaupt verändert sich das Konsumentenverhalten gerade. Auch Produkte für kreatives Gestalten sind besonders nachgefragt. Hier finde ich alles!“ 

 

Philippe Guggenheim 

Pakatoys, Genf, Schweiz

Kurzes Gespräch in einer kurzen Pause: Philippe Guggenheim hat 15 Termine pro Tag. (Foto: © Peter Budig)

Der Schweizer Familienbetrieb begann mit dem Verkauf von Gartenmöbeln. Erst seit der Sohn, Philipp Guggenheim, mit im Geschäft tätig ist, konzentriert sich der Reseller auf hochwertiges Spielzeug. „Unser Bestseller ist ein digitaler Fotoapparat für Kinder, mit allen Funktionen“, erzählt er. Guggenheim ist seit Jahren regelmäßiger Besucher der Messe, er bleibt auch dieses Jahr bis Freitag, „Ich habe ca. über zehn Termine pro Tag“, sagt er und entschuldigt sich, er muss los.

 

Dr. Thomas Jung und Horst Müller 

Oberbürgermeister und Wirtschaftsreferent, Fürth, Deutschland

 

Michael Sieber, Fürths Oberbürgermeister Dr. Thomas Jung, Wirtschaftsreferent Horst Müller, Florian Sieber (Foto: © Peter Budig)

Die Nürnberger Spielwarenmesse ist für mich jedes Jahr ein Heimspiel“, so Fürths Oberbürgermeister Dr. Thomas Jung (seit 2002 als OB im Amt). Er weiß, dass diese Aussage ein bisschen provokant ist, hat aber gute Argumente: „Fürth ist die Spielzeugstadt, Simba Dickie in Stadeln, Bruder in Burgfarrnbach und der Zirndorfer Hersteller Playmobil wurde in der Kleeblattstadt gegründet.“ Zum morgentlichen Besuch am Stand von Simba Dickie in Halle 6 sind Seniorchef Michael Sieber und sein Sohn Florian, der inzwischen die Geschäfte führt, dazugekommen. „Mein liebstes Spielzeug war immer das Bobby Car“, erinnert Jung sich gern, wissend, dass dieser nach dem Tod von Ernst A. Bettag 2003 von der Stadelner Gruppe übernommen wurde. „Das Bobby Car ist meistverkaufte Auto Deutschlands“, fügt Michel Sieber lächelnd hinzu. „Und das Bobby Car ist der Inbegriff für nachhaltiges, langlebiges Spielzeug“, so Jung. Inzwischen haben sich zu Hause die Vorlieben verschoben, denn die Enkelin (4) liebt Puzzles. Jung wird begleitet vom Fürther Wirtschaftsreferenten Horst Müller, der sich erinnert „seit ich im Amt bin, seit 1996 jedes Jahr auf der Messe gewesen zu sein.

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