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Durch Werbung sollen Sichtweisen geändert werden

Header Durch Werbung sollen Sichtweisen geändert werden

Im Rahmen von Shockvertising wird das Publikum in der Regel durch provozierende Bilder geschockt. Dadurch soll erreicht werden, dass eine Kampagne viral geht. Schockwerbung gibt es in unterschiedlichen Branchen, in erster Linie jedoch in der Modeindustrie. Wenn man sich als Werbetreibender diese Beispiele anschaut, findet man viele Inspirationen dafür, wie mit einer Kampagne virale Responses generiert werden können. 

Benetton-Kampagne auf Instagram, in der drei Herzen zu sehen sind
Benetton-Kampagne von 1996, die 2022 in den sozialen Medien wiederaufgenommen wurde

Besonders bekannt sind die ikonischen Kampagnen von Benetton aus den 1990ern, die seinerzeit hohe Wellen schlugen. Damals wurden Bilder gezeigt, die alle überraschten und mit denen man auf gesellschaftliche Missstände aufmerksam machen wollte (Herzen von Menschen mit unterschiedlicher Hautfarbe, Politiker, die sich küssten, Männer in Röcken usw.). 

Ein anderes gutes Beispiel dafür, wie alt eingefahrene Sichtweisen verändert werden können, finden wir in den Kampagnen für die Pflegeprodukte von Dove. Hier soll der Betrachter zum Nachdenken über die Probleme gebracht werden, die stereotype Schönheitsideale verursachen können.

Diese Werbekampagnen, die noch heute in den sozialen Medien nachhallen, haben Aufmerksamkeit und Bewunderung beim Publikum geschaffen und den werbetreibenden Unternehmen eine lebenslange Fanbasis gesichert.

Reverse-Selfie-Kampagne von Dove, Unilever

Auch staatliche Stellen setzen aufmerksamkeitsstarke Schockwerbung sehr geschickt ein. Hier liegt der Fokus darauf, Verhaltensänderungen zu bewirken, die dem Einzelnen direkt oder zumindest der Gesellschaft zugutekommen. Es gibt gute Beispiele für städtische Behörden (z.B. Einhaltung von Geschwindigkeitslimits), Verbände auf nationaler Ebene (z.B. gegen das Rauchen) und internationale Organisationen wie Amnesty International (z.B. für die Redefreiheit), die solche Kampagnen umsetzen.

Natürlich gibt es Spielzeugwerbung, die auf Bilder mit Aha-Moment setzt. Häufig soll dadurch ein Bewusstsein für gesellschaftliche Probleme geschaffen werden, wie z.B. Nachhaltigkeit, Gleichstellung, geschlechtliche Identitäten oder Diskriminierung aufgrund von Hautfarbe oder Behinderung. Das sind allerdings keine Shockvertising-Kampagnen. Wenn man sich mit diesem Phänomen beschäftigt, wird klar, dass die Spielzeugbranche noch nicht vollständig das darin schlummernde kreative Potenzial nutzt. 

Wie kann man als Spielzeugunternehmen den Blickwinkel der Kunden mithilfe von Schockwerbung ändern?

Es gibt hier drei grundsätzliche Möglichkeiten, wie das erreicht werden kann. Folgende Faktoren sollten dabei stets berücksichtigt werden:

  • Definieren Sie die starke Emotion, die Sie bei Ihrem Publikum wecken wollen (Faszination, Überraschung, Ekel usw.).
  • Überlegen Sie sich, welche konkreten provokativen Inhalte Sie in Text- oder Bildform kommunizieren wollen. Die Werbung sollte gesellschaftliche Normen und Tabus brechen und dazu führen, dass man darüber spricht.
  • Seien Sie kreativ bei der Platzierung Ihrer Werbung. Sorgen Sie dafür, dass die Nutzer auf physisch überraschende Art und Weise mit Ihnen in Interaktion treten (z.B. durch den Einsatz von Ambient Marketing)

Wenn Sie diese Ideen umsetzen und dadurch die Sichtweisen von Verbrauchern ändern wollen, müssen Sie sich zuerst mit dem gesellschaftlichen Wertewandel auseinandersetzen. Sie müssen wissen, was die Menschen heutzutage bewegt, motiviert und antreibt. Mit einer solchen Kampagne steigern Sie nicht nur den Bekanntheitsgrad Ihrer Marke, sondern leisten darüber hinaus auch einen positiven gesellschaftlichen Beitrag. Und genau das erwarten die Verbraucher heute von großen Unternehmen.

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