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Carrera Revell Gruppe: „Stabile Entwicklung 2020“

Die Carrera Revell Gruppe konnte nach eigenen Angaben 2020 ihren Umsatz auf 142 Millionen Euro steigern, dies mit einem Exportanteil von 52 Prozent, wovon auf die Region GAS 48 Prozent entfallen. Bei beiden Marken sei eine stabile Entwicklung in den einzelnen Segmenten feststellbar, die wesentlichen Sortimentsbereiche verzeichneten eine deutliche Umsatzsteigerung.

Dazu der Geschäftsführer der Gruppe, Stefan Krings: „Wir sind gut ins letzte Jahr gestartet und lagen im ersten Quartal bis zum ersten Lockdown auch voll im Plan.“ Dann spürte man wie viele andere Anbieter die Geschäftsschließungen. Der Internethandel könne die Läden nicht ersetzten, so der Manager. Die in Carrera Toys GmbH umbenannte ehemalige Stadlbauer Marketing & Vertrieb GmbH konnte den Gesamtumsatz um 8,3 Prozent auf 89,3 Millionen Euro steigern, Autorennbahnen stellen mit 59 Prozent unverändert das Kerngeschäft der Marke dar.

Als „absoluter Marktführer in Deutschland“ konnte Carrera mit 10,7 Prozent stärker wachsen als das Gesamtsegment Slot Cars (8 Prozent / ltaut npdgroup ytd 2020 Dezember). Besonders gut entwickelte sich laut Krings die Nachfrage nach den Carrera First und GO!!! Autorennbahnen, dies dank der Lizenzthemen Paw Patrol, Mariokart und Cars.

Carrera RC konnte den Umsatzanteil auf 32 Prozent steigern, insbesondere durch Absatzsteigerungen auf dem US-Markt. Auch wenn die fernsteuerten Modelle von Carrera RC im Vergleich zu den Revell Control Modellen etwas höherpreisig positioniert sind, ist die Marke auf dem deutschen RC-Spielwarenmarkt um 2,8 Prozent (laut npdgroup ytd. Dez. 2020) gewachsen.

Carrera RC und Revell Control stehen zwar im Wettbewerb, ergänzen sich aber insgesamt gut“, so Stefan Krings weiter. „Als Gruppe sind wir auf dem deutschen RC Spielwarenmarkt inzwischen marktführend.“ Die restlichen Umsatzanteile bei der Carrera Toys GmbH verteilen sich hauptsächlich auf die Marken Pustefix und Schildkröt. International wuchs Carrera vor allem in den Länder USA, Kanada und Spanien.

Revell GmbH - Umsatzentwicklung 2020

Die Revell GmbH konnte nach eigenen Angaben 2020 eine Steigerung des Gesamtumsatzes um gut 8 Prozent auf 52,8 Millionen Euro erzielen, wobei das Kerngeschäft Modellbau inklusive Zubehör (Farben, Kleber, Pinsel etc.) einen Anteil von 63 Prozent habe. Umsatztreiber war hier vor allem das Zubehör. Revell als Marktführer im Modellbau habe seine Position weiter ausbauen können und mit 1,2 Prozent zum Wachstum dieses Segments beigetragen (7,5 Prozent / laut npdgroup ytd. Dez. 2020). „Man spürt, das belegen die Zahlen in diesem Segment, dass viele Menschen sich während der Zeit der Kontaktbeschränkungen ein neues Hobby zulegen oder ein altes Hobby wieder entdecken“, konstatiert Stefan Krings. Das Zubehör wie Farben, Pinsel et cetera sei auch in die Zielgruppe der Kreativen und Bastler geflossen.

Die ferngesteuerten Modelle der Marke Revell Control erreichten einen Umsatzanteil von 31 Prozent und waren mit 8,5 Prozent ein weiterer Umsatztreiber in 2020. Dieser Erfolg basiere vor allem auf dem Angebot an attraktiven RC Modellen zu Wasser, Land und Luft in den stark nachgefragten, günstigen und mittleren Preislagen. Revell Control ist dabei mit 24 Prozent deutlich stärker gewachsen als der deutsche RC Spielwarenmarkt (12,1 Prozent / laut npdgroup ytd. Dez. 2020) und steht als TOP Anbieter auf Rang 2.

Die Sortimentsbereiche Revell 3D Puzzle und Preschool stellen zusammen einen Umsatzanteil von 7 Prozent dar, wobei sich insbesondere die Marktanteile der 3D Puzzle erfreulich entwickelt hätten. Hier konnte sich Revell auf Platz 2 mit einem Marktanteil von 5 Prozent in Deutschland vorarbeiten (laut npdgroup ytd. Dez. 2020). Besonders beliebt waren die Distributionslinie Harry Potter sowie die Revell 3D Puzzle Titanic, Eifelturm und Kölner Dom.

Im Exportgeschäft konnte Revell besonders in Großbritannien, Spanien, Italien und in den USA wachsen. Die Gründung erster, gemeinsamer Vertriebsniederlassungen, wie der Carrera Revell UK Ltd. oder die enge Zusammenarbeit der Vertriebsteams in Frankreich, Italien oder Spanien hätten sich bereits positiv auf den Geschäftsverlauf der Carrera Revell Gruppe ausgewirkt.

Ausblick 2021

„Unter den schwierigen und unvorhersehbaren Bedingungen der Corona Pandemie ist es der Carrera Revell Gruppe gelungen, mit einem im Plan liegenden guten Ergebnis 2020 abzuschließen“, freut sich Stefan Krings. Die Probleme in der Beschaffung seien allerdings eine extreme Herausforderung. Die Frachtkosten haben sich fast vervierfacht. „Container sind knapp und teuer, aber wir wissen mit Beschaffungsproblemen umzugehen“, so Krings weiter.

Gefragt, ob die Gruppe mit Preiserhöhungen auf diese Situation reagieren müsse, verweist Krings auf den weiteren Verlauf des Jahres. Im ungünstigen Fall seien im zweiten Halbjahr höhere Preise denkbar. „Es wird sehr darauf ankommen, wie schnell Hersteller und Handel aus dieser noch anhaltenden, schwierigen Situation wieder herauskommen werden. Die sinkenden Infektionsraten und eine hoffentlich schnell zunehmende Zahl an Impfungen lassen durchaus hoffen, dass sich die Lage in Richtung Ostergeschäft und vor allem im 2. Halbjahr spürbar verbessern wird. Dazu werden Carrera und Revell auch spezielle Fachhandelsaktion zur aktiven Verkaufsförderung vor Ort im Geschäft und gleichzeitig in den Webshops anbieten.“

Um auch künftig solche schwierigen Wirtschaftslagen meistern zu können und das Wachstum der Carrera Revell Guppe erfolgreich weiter voranzutreiben, wurden über 20 unternehmensinterne Projekte initialisiert, die kurzfristig oder bis 2022 umgesetzt werden. Hierzu zählt beispielsweise die Schaffung der Vertriebsgesellschaft Carrera Revell UK Ltd, mit der die Gruppe sich bestens für den Brexit gerüstet sieht. „Im Bereich Logistik arbeiten wir ebenfalls bereits sehr intensiv an gemeinsamen Lösungen. Ebenso in der Umsetzung sind bereits die Formierung der Marketingabteilung auf Gruppenebene und die Zusammenarbeit der Produktentwicklungsteams. Zu den weiteren Projekten, die schrittweise in den nächsten Monaten realisiert werden, gehören weitere Anpassungen in der Vertriebsorganisation oder der Ausbau und die Optimierung des B2B und B2C Online Business“, nimmt Stefan Krings Stellung zu den anstehenden Investitionen und der Strategie der Gruppe.

2021 setze die Carrera Revell Gruppe weiter auf Wachstum und biete gleichzeitig eine hohe Anzahl von Produktneuheiten. Eine der interessantesten dürfte nach Einschätzung des Unternehmens die neue Carrera GO!!! Build ’n Race Serie sein, die das Beste aus zwei Spielwelten vereinnen soll. Die „Crossbar“ und ein spezieller Clip verbinden die Carrera GO!!! Fahrbahn mit der Welt der Bausteine, die bereits in den Kinderzimmern vorhanden sind. „Wir führen dabei die Faszination der Bausteine und die der Autorennbahn zusammen“, erläutert Krings diesen Schritt. „Die Rennbahn wird nicht nach Weihnachten wieder weggepackt, sie bleibt im Kinderzimmer. Für den Handel ist das ein wichtiger Impuls für das Ganzjahresgeschäft.“ Die Fahrzeuge sowie Strecken, Brücken, Überfahrten und Hindernisse von Build ’n Race können mit den Bausteinen nach Belieben gestaltet aber auch schnell wieder umgebaut werden.

Dies seien gute Vorzeichen für die Carrera Revell Gruppe, die sich als ein „Mehrstandortunternehmen“ gut aufgestellt sieht. Der Carrera Toys-Sitz in Puch, an dem technisch anspruchsvolle Produkte gefertigt werden, soll ausgebaut werden. So will man einen Teil der Produktion für die gesamte Gruppe zurück nach Europa holen. „Sicherlich kein schlechter Schachzug angesichts der derzeit herrschenden Verwerfungen im globalen Warenverkehr,“ heißt es.