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ECIPE: „Qualität von RAPEX-Meldungen häufig fraglich“

Das European Centre for International Political Economy (ECIPE), ein unabhängiger Think Tank für Politikforschung, der sich der Handelspolitik und anderen für Europa wichtigen Fragen der internationalen Wirtschaftspolitik widmet, hat 918 im Jahr 2020 veröffentlichte EU Safety Gate-Meldungen (früher: RAPEX) ausgewertet und ist zu dem Schluss gekommen, dass bei 98 % der Meldungen oft Details fehlen, die für eine schnelle Entfernung aus dem Markt erforderlich sind. Darauf weist der Deutsche Verband der Spielwarenindustrie (DVSI) hin. Die Arbeit wurde mit finanzieller Unterstützung von Amazon und Rakuten durchgeführt, die u.a. auch das „Product Safety Pledge“ unterschrieben haben.

In den Benachrichtigungen fehlen häufig relevante Informationen wie Produkt- bzw. Markennamen und Produktbilder sind von schlechter Qualität, so die Autoren. Im Dossier wird auch darauf hingewiesen, dass Informationen über Produktrückrufe oft vage sind oder ganz fehlen. ECIPE empfiehlt, dass die Meldungen künftig konsistente und detaillierte Informationen enthalten müssen, die eine effiziente Erkennung und damit den effizienten Rückruf von unsicheren Produkten ermöglichen. Es wird ferner darauf hingewiesen, dass diese Forderungen auch ohne weitere politische Maßnahmen umsetzbar sind, wobei aber auch zu erwarten ist, dass im Rahmen der aktuellen Überarbeitung der allgemeinen Produktsicherheitsrichtlinie das Thema gezielt aufgegriffen wird.