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Filialist Spielwaren Krömer spielt „fair“

Die gesellschaftliche Schlüsselrolle des Einzelhandels mit einem Umsatz von rund 577 Mrd. € im Jahr 2020 ist unbestritten. Der Einzelhandel ist allerdings mehr als nur ein zentraler Wirtschaftsfaktor oder Garant einer attraktiven Stadt. Als „Sortimentsselektierer“, der informiert und berät und damit Konsumenten Orientierung in einer überreizten Warenwelt geben kann, trägt er ebenso Verantwortung für soziales und nachhaltiges Handeln wie Hersteller und Konsumenten.

Das sieht man bei Spielwaren Krömer in Schrobenhausen genauso. Jetzt ist der Spielwarenfilialist der Multistakeholder-Intiative Fair Toys Organisationen (FTO) beigetreten. „Verbraucher entscheiden mit ihren Konsum- und Lebensgewohnheiten jeden Tag an der Kasse mit“, sagt Firmenchef Christian Krömer, „ob Menschenrechte geachtet und Ressourcen geschont werden. Das gilt natürlich auch beim Spielzeugkauf. Die von der FTO gesetzten Themen liegen uns schon lange am Herzen; sie wurden vielfach auch bereits bei uns umgesetzt. Gerade Kinderarbeit muss in allen Bereichen unterbunden werden und dabei wollen wir gerne unterstützen.“

Aus Sicht des Deutschen Verbandes der Spielwarenindustrie (DVSI), der zu den Impulsgebern bei der Gründung und inhaltlichen Ausgestaltung der FTO zählt, ist der Beitritt von Krömer ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg hin zu einer breiten Akzeptanz der Initiative in der gesamten Spielwarenbranche. „Die Verbesserung der menschenrechtlichen Sorgfaltspflichten entlang der Lieferketten kann nicht nur bedeuten“, sagt DVSI-Geschäftsführer Ulrich Brobeil, „dass nur Hersteller ihre Produkte umwelt- und sozialverträglich herstellen, sondern auch der Handel muss sich seiner gesellschaftlichen Verantwortung bewusst sein, z.B. bei der Sortimentszusammenstellung.“

Spielwaren Krömer, 1984 gegründet, zählt mit 23 Filialen in Bayern zu den „Big Playern“ des Spielwaren-Einzelhandels. Das Unternehmen beschäftigt über 100 Mitarbeiter, ist also auch ein wichtiger Arbeitgeber, weshalb für den Geschäftsführenden Gesellschafter auch intern faire Spielregeln gelten müssen. „Der faire Umgang mit unserem Personal“, sagt Christian Krömer, „und der nachhaltige Gedanke stellen in unserem Unternehmen eine Grundausrichtung dar. Deshalb liegt uns der FTO-Ansatz für mehr Fairness in der Lieferkette auch besonders am Herzen. Krömer will mit dem Beitritt als erster Spielwarenhändler überhaupt ein Zeichen setzen.“

Ulrich Brobeil wünscht sich weitere Mitmacher aus dem Handel. „Die Angebotsentwicklung von Bio-Produkten bei Discountern“, sagt Brobeil, „zeigt doch, dass ein Nischenthema mitten in der Gesellschaft ankommen kann. Spielwarenhersteller und -handel sollten also mitspielen, wenn es um mehr Fairness in der Branche geht.“

Quelle: DVSI