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Silvesterfeuerwerk - große Mehrheit ist gegen ein Verbot

In einer vom Meinungsforschungsinstitut Forsa durchgeführten telefonischen Umfrage stimmten 80 % der Befragten für den Erhalt von privatem Silvesterfeuerwerk.

Das Corona-bedingte Abgabeverbot von Feuerwerkskörpern zu Silvester 2020 befeuerte die langjährige Diskussion, ob privates Silvesterfeuerwerk weiterhin erlaubt bleiben soll. Vor diesem Hintergrund beauftragte das Unternehmen Röder Feuerwerk Handelsgesellschaft mbH aus Schlüsselfeld das Meinungsforschungsinstitut Forsa mit einer telefonischen Umfrage zum Thema „Silvesterfeuerwerk“.

Im Zeitraum vom 21. April bis 6. Mai 2021 wurden durch Forsa in einer repräsentativen Umfrage, bundesweit Bürger im Alter von 18 bis 69 Jahren befragt. Zentrales Thema der groß angelegten Umfrage war, wie die Bürger in Deutschland tatsächlich zu dem immer wieder diskutierten Silvesterfeuerwerk-Verbot stehen. Dabei wurden auch Aspekte wie Feinstaub, Müll, Tierwohl und Umweltschutz berücksichtigt.

Hervorzuheben ist, dass 90 % der Befragten angaben, selbst gezündetes Feuerwerk ist hierzulande eine Tradition. Diese klar mehrheitliche Einschätzung ist unabhängig von Alter, Geschlecht oder formaler Bildung. Mit 80 % der befragten Bürger wünscht sich zudem eine deutliche Mehrheit, dass privates Silvesterfeuerwerk auch zukünftig erlaubt bleibt. Unter ihnen sind 25 %, welche die Erlaubnis nicht an weitere Einschränkungen geknüpft sehen wollen. Und 55 % plädieren für Einschränkungen durch etwa Verbotszonen oder weniger extrem lautes Feuerwerk.

Dies unterstützt die Entwicklung der in der Vergangenheit eingerichteten Verbotszonen in Innenstädten, um Gefährdungen und Belästigungen zu reduzieren. Die aktuellen gesetzlichen Regelungen sehen bereits eine Beschränkung der Lautstärke bis maximal 120 dB in 8 Meter Entfernung vor, sowie ein Zündverbot in der Nähe von beispielsweise Seniorenheimen und denkmalgeschützten Gebäuden. Die Hersteller haben in den letzten Jahren zudem ihre Produktpalette stark um geräuschärmerer Feuerwerkskörper erweitert.

Ergänzend zu ihrer Einstellung zu Silvester-Feuerwerk wurden die Teilnehmer der Umfrage auch zu ihrem Kaufverhalten in den letzten fünf Jahren befragt. Dabei gab die Mehrheit von 56 % an, dass in ihrem Haushalt in den vergangenen fünf Jahren Geld für Silvesterfeuerwerk ausgegeben wurde. 31 % kaufen jedes Jahr Feuerwerk und 25 % gelegentlich, 11 % der Befragten schauen lieber bei anderen zu.

Dabei war zu beobachten, dass Haushalte mit jüngeren Befragten deutlich häufiger Silvester Feuerwerkskörper kauften. Zusätzlich gehören gerade Familien mit Kindern überdurchschnittlich häufig zu den Käufern und überraschenderweise ebenso ein höherer Prozentteil an Haustierbesitzern als Haushalte ohne Tiere. In diesem Zusammenhang wurden Personen, die kein Feuerwerk in den vergangenen fünf Jahren gekauft haben nach den Gründen gefragt und konnten spontan mehrere Punkte nennen. Als Hauptgrund wurde „Geldverschwendung“ genannt, gefolgt von „Umweltschutz“ und an dritter Stelle „kein Interesse an Silvester-Feuerwerk“.

Die Umfrage widmete sich auch umfangreich den Verletzungen durch Feuerwerkskörper. Einer von 10 Befragten berichtet, schon einmal selbst eine Verletzung davon getragen zu haben, jedoch 80 % davon so gering, dass sie selbst oder jemand in ihrer Nähe diese versorgen konnte. Entgegen der landläufigen Meinung sei festzuhalten, dass in Deutschland zugelassene Schwarzpulver-Böllerkeine Gliedmaßen abtrennen könnten. Vom Gesundheitswesen würden allerdings an Silvester keine Zahlen zu Verletzungen erhoben, um Aussagen über das Ausmaß und der Schwere von Verletzungen durch Feuerwerkskörper treffen zu können. Meist treten nur die sehr seltenen schweren Fälle, verursacht durch illegale Pyrotechnik, über die Medien in die öffentliche Aufmerksamkeit.

Durch das Abbrennen von Feuerwerkskörpern wird Feinstaub freigesetzt, daher widmete sich die Umfrage auch diesem Thema. Rund zwei Drittel der Befragten (69 %) sind der Meinung, dass Feuerwerk im Vergleich zu anderen Feinstaubquellen sehr viel Feinstaub erzeugt. Parallel dazu stimmen aber auch 40 % der Aussage zu, Feinstaub sei zwar bedenklich, aber das bisschen, das durch das Silvesterfeuerwerk einmal im Jahr freigesetzt werde, sei für die Gesundheit der Menschen irrelevant. Dass ein Teil der Befragten beiden Aussagen zustimmt, lasse schon erkennen, dass beim Thema „Feinstaub“ viel Unsicherheit herrsche, wie die Belastung der Menschen durch unterschiedliche Feinstaubquellen einzuschätzen ist. Ein gutes Viertel der Befragten (27 %) hält die Feinstaubdiskussion sogar insgesamt für übertrieben.

Abschließend wurde nach der Einschätzung gefragt, wie gefährlich Feuerwerk für Tiere sei, wenn es in deren Nähe gezündet wird. Der Aussage „Tiere werden öfter oder häufig kurz gestresst, nehmen aber keinen dauerhaften Schadenstimmten 77 % der Befragten zu. Von diesen stimmen zusätzlich einige der Aussage zu, dass Tiere ein Silvesterfeuerwerk „öfter“ oder sogar „häufig“ komplett unbeschadet überstehen, so dass alles in allem 50 % der Befragten diese letztere Vermutung teilen. Bemerkenswert ist, dass sich Tierhalter in ihrer Einschätzung nicht von Befragten ohne Haustiere unterscheiden. Offensichtlich scheinen viele Tierhalter (84 % haben Hund, Katze oder beides), entgegen der Behauptung von Feuerwerksgegner, keine anderen Erfahrungen gemacht zu haben und eindeutige 78 % der Haustierbesitzer plädieren für ein Silvester mit Feuerwerk.

Durch die Forsa-Umfrage werde klar, dass die überwiegende Mehrheit der Bürger in Deutschland im Alter von 18 bis 69 Jahre „pro“ Feuerwerk eingestellt sei und sich ein Silvester ohne privat gezündetes Feuerwerk nicht vorstellen kann. „Die Bürger sind offensichtlich der Meinung, privates Silvesterfeuerwerk soll auch weiterhin in Deutschland Tradition haben,“ heißt es.