Branchennews

Umsatz deutscher Games-Unternehmen wächst langsamer als der Markt

  • Anteil deutscher Spiele-Entwicklungen sinkt auf dem Heimatmarkt auf rund 4,2 Prozent
  • „Insgesamt konnten wir davon als deutsche Games-Branche von dem historischen Wachstumssprung auf unserem Heimatmarkt aber leider noch zu wenig profitieren.“
  • Jahresreport der deutschen Games-Branche 2021 veröffentlicht

Von dem starken Wachstum des deutschen Games-Marktes 2020 konnten deutsche Spiele-Entwickler insgesamt nicht immer profitieren: So sind die Umsätze mit Games aus Deutschland zwar ebenfalls gestiegen, allerdings weniger stark als die Umsätze internationaler Games-Entwicklungen. Das Resultat ist ein leicht gefallener Marktanteil von Games aus Deutschland auf dem Heimatmarkt. Blieben von 100 Euro, die für Games in Deutschland ausgegeben wurden, 2019 noch 4,93 Euro bei deutschen Spiele-Entwicklern, waren es 2020 nur noch 4,17 Euro. Das gab heute der game – Verband der deutschen Games-Branche bekannt. Die Daten basieren auf Erhebungen des GfK Consumer Panels, von GfK Entertainment und App Annie sowie eigenen Markterhebungen und -beobachtungen.

Dabei haben sich die einzelnen Marktsegmente recht unterschiedlich entwickelt: Bei Spiele-Apps für Smartphones und Tablets stieg der Marktanteil von rund 3 auf knapp 4,1 Prozent. Auf dem Teilmarkt der PC- und Konsolenspiele sank der Umsatzanteil deutscher Spiele-Entwicklungen hingegen innerhalb eines Jahres von rund 1,9 auf 1,3 Prozent. Einen besonders starken Rückgang gab es bei Online- und Browser-Spielen: Hier ging der Marktanteil auf dem Heimatmarkt um über die Hälfte zurück – von 17,6 auf 7,2 Prozent.

Dass deutsche Games-Entwicklungen vom Boom 2020 in vielen Bereichen nicht so stark profitieren konnten, hängt nach Verbandseinschätzungen ganz wesentlich mit den im internationalen Vergleich weiterhin schwierigen Rahmenbedingungen zusammen. Die erst vor wenigen Monaten gestartete Games-Förderung des Bundes sei ein zentraler Schritt, damit Deutschland der Anschluss an erfolgreiche Standorte gelingt. Erste Effekte der Förderung, wie die Zunahme an Beschäftigten im Kernarbeitsmarkt um 8 Prozent, zeigten sich zwar bereits. Umfassendere positive Auswirkungen würden sich allerdings erst mit Verzögerung zeigen. Zudem sei der Games-Markt stark Hit-getrieben und die Anzahl der besonders erfolgreichen Spiele habe großen Einfluss auf den Gesamtumsatz. Je größer und vielfältiger die Entwicklerlandschaft in Deutschland zukünftig werde, desto geringer sei der Einfluss einzelner Studios oder Titel auf den Marktanteil.

„Die Entwicklung des Games-Marktes 2020 war einmalig und hat sowohl international als auch in Deutschland viele Games-Studios nach vorne gebracht. Insgesamt konnten wir davon als deutsche Games-Branche von dem historischen Wachstumssprung auf unserem Heimatmarkt aber leider noch zu wenig profitieren. Dafür sind wir als Games-Standort noch nicht stark und breit genug aufgestellt. Zwar zeigt die bundesweite Games-Förderung bereits erste Effekte, wie der Anstieg der Beschäftigten im Kernarbeitsmarkt, aber die volle Wirkung wird sie erst in einigen Jahren entfalten. Und auch das wird nur gelingen, wenn wir weiter an den Wettbewerbsbedingungen in Deutschland arbeiten. Die Games-Strategie des Bundes weist hierfür den Weg mit Themen wie Fachkräfte, digitale Infrastruktur, Gründungsförderung, digitaler Bildung oder Esport“, sagt game-Geschäftsführer Felix Falk.

Alle Entwicklungen auf dem deutschen Games-Markt sowie ein Überblick über die deutsche Games-Branche und ihre Themen gibt es im „Jahresreport der deutschen Games-Branche 2021“.