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Wege aus der Plastikfalle – zweite bio!TOY Conference liefert Antworten

Die öffentliche Debatte rund um die Nutzung fossiler Rohstoffe, die Produktion von Kunststoffen, die Nutzung von Kunststoffabfällen, um Mikroplastik und Meeresmüll setzt der kunststoffverarbeitenden Industrie zu. Ihr Image ist nach Einschätzung des Deutschen Verbandes der Spielwarenindustrie (DVSI) im Keller; die Jahre des Wachstums erst einmal vorbei.

Zieht man nur die Schlagzeilen der letzten paar Jahre heran, hat die Welt jedenfalls ein Plastikproblem:

  • „Plastik flutet Meere“ (Der Spiegel)
  • „Plastik = Gift“ (Süddeutsche)
  • „Mikroplastik – die unterschätzte Gefahr“ (taz)
  • „Weihnachten nachhaltig ohne Plastik und Gift“ (ZDF)
  • „Kunststoff verschmutzt die Böden – mit Folgen“ (Deutschlandfunk Kultur)
  • „Ist der Kampf gegen die Kunststoff-Flut noch zu gewinnen?“ (Deutschlandfunk)
  • „Mikroplastik im Menschen – die Gefahr ist real“ (mdr)
  • „Plastikmüll: Wer räumt den Planeten auf?“ (fr)

Das klingt nach Alarmismus, aber die Herausforderungen sind real, wenn man, wie die EU, davon ausgeht, dass 150 Mio. Tonnen Plastikmüll die Meere belasten.

Kunststoffabfälle sind ein weithin sichtbares Problem, vielleicht nicht das größte, mit dem der Globus derzeit kämpft. Dennoch, die zum Teil emotional geführte Debatte um Kunststoffe dürfte auch Einfluss auf die Spielwarenbranche haben, die in hohem Maße diesen „Rohstoff“ nutzt. Wenn das stimmen sollte, wie reagiert sie aber auf die neue Sensibilität des Konsumenten? Gibt es Alternativen zum „Bad Boy-Image“? Konzepte zur stofflichen Verwertung? Welche Rolle spielt das Design bei der Entwicklung von Spielzeug, um möglichst wenig zu produzieren und anschließend wiederzuverwerten?

Das sind die zentralen Themen der zweiten bio!TOY Conference über nachhaltiges Kunststoffspielzeug, die vom 7. bis 8. September 2021 in Nürnberg stattfindet.

Zu den Partnern des zweitägigen Kongresses, der als Hybrid-Event konzipiert ist, zählt der DVSI, der vor ein paar Jahren Nachhaltigkeit zu einem der strategischen Eckpfeiler seiner Arbeit definiert hat. Namhafte DVSI-Mitglieder haben bereits ihr Kommen angekündigt.

Einige Spielzeughersteller und Kunststoffhersteller haben bereits damit begonnen, Produkte aus zirkulären und biobasierten Materialien zu entwickeln und zu vermarkten. Die Verwendung von nachwachsenden Rohstoffen aus Biomasse anstelle von fossilen Ressourcen dürfte in den nächsten Jahren noch zu nehmen. Das zeigen die Wachstumsraten für biobasierte Kunststoffe. Dies gilt auch für zirkuläre Materialien, bei denen recycelte Inhalte an die Stelle neuer Polymere treten.

Die bio!TOY Conference präsentiert, was bisher erreicht wurde und was in naher Zukunft kommen wird. Referenten der führenden Industrien und Marken sowie Innovatoren aus kleineren Unternehmen und Technologieexperten geben in ihren Präsentationen und mit ihren Exponaten einen aktuellen Überblick über nachhaltige Polymer- und Spielzeuginnovationen.