Lizenzwelt

Lizenztrends: Die Post-Pandemie-Welt im Wandel

Header Adapting to the Post-Pandemic World

Man stelle sich einmal vor, die Pandemie hätte die Menschheit vor dreißig Jahren erwischt, als es noch keine E-Mails, kein Internet und natürlich auch kein Zoom gab. Im Grunde genommen können wir uns glücklich schätzen, dass das Ganze erst jetzt passiert ist, denn unsere technischen Errungenschaften haben es uns ermöglicht, trotz Social Distancing miteinander in Kontakt zu bleiben, zu kaufen, zu verkaufen und vieles mehr zu tun. Fehlende menschliche Nähe wurde zum Teil durch endlose Zoom-, Skype- oder Teams-Konferenzen kompensiert. Und auch hier kann man feststellen, dass wir ungeachtet der Tatsache, dass direktes Miteinander wieder möglich ist, nichtsdestotrotz zuweilen Zoom & Co. verwenden.

Durch digitale Services wird Entertainment noch angenehmer

Die Welt des Internets und die zahlreichen Streamingdienste waren für viele in der Corona-Zeit ein Segen und haben in Sachen Kreativität für einen ordentlichen Schub gesorgt. Man denke nur an die Animationsserien von Apple, die von den Zeichnern einzig und alleine mithilfe des iPhone 11s erschaffen wurden. Und auch die Befürchtungen, dass der lockdown-bedingte Streaming-Boom eine Eintagsfliege sein könnte, haben sich nicht bewahrheitet. Die entsprechenden Umsätze sind auch 2021 weiter gestiegen und haben im Bereich Musik für ein Plus von 8,7% und bei den Videos von 13,3% gesorgt. Interessanterweise ist diese Zunahme unabhängig von der Veröffentlichung neuer Releases erfolgt. Der Löwenanteil des Wachstums entfällt auf die digitalen Services, durch die Entertainment-Angebote besser und bequemer zugänglich sind als je zuvor. 

Die digitale Welt hat eine neue Ära bei den Lizenzen eingeläutet

Was den Lizenzbereich anbelangt, so hat die digitale Welt mehr Rechte und Marken sowie neue Segmente entstehen lassen. Über nichts wird zurzeit mehr gesprochen als über NFTs (Non-Fungible Tokens), für die aktuell enorme Summen ausgegeben werden. Twitter-Gründer Jack Dorsey hat beispielsweise eine signierte digitale Version seines ersten Tweets für fast 3 Mio. US-Dollar versteigert. Im Prinzip kann alles, was digital existiert, als NFT verkauft werden. US-Schauspieler William Shatner hat z.B. Sammelkarten rund um die eigene Person unters Volk gebracht (eine dieser Karten ziert Angaben zufolge eine Röntgenaufnahme seiner Zähne). Das Phänomen NFTs ist nicht einfach zu verstehen, aber es ist klar, dass sie nicht einfach wieder so von der Bildfläche verschwinden werden – zumal sich damit gigantische Renditen erzielen lassen. Das Werk „Everydays: The First 5000 Days“ des Digital-Künstlers Mike Winkelmann (Beeple) hat für 69 Mio. US-Dollar den Besitzer gewechselt. Das Kunstwerk findet sich mittlerweile auf Haushaltswaren, Kaffeebechern, gerahmten Drucken, Computerzubehör und vielem mehr. Mit dem durch die Blockchain-Technologie zur Verfügung gestellten digitalen Eigentumsnachweis lassen sich alle Vorbesitzer des NFT nachverfolgen, was zumindest für den aktuellen Besitzer einen gewissen Schutz darstellt.

Bevor Sie nun aber alle losstürzen, um ein NFT zu erstehen, sollten Sie auch einen Gedanken an die damit verbundenen Nachteile verschwenden: wie alle Kryptowährungen haben auch NFTs einen großen Einfluss auf die Umwelt. NFT-Transaktionen müssen durch die Blockchain verifiziert werden, damit sichergestellt ist, dass die Verschlüsselung korrekt ist. Das verbraucht Unmengen an Energie und ein durchschnittliches NFT erzeugt einen CO2-Abdruck von mehr als 200 kg, also ungefähr so viel, wie ein normales Benzin-betriebenes Auto auf einer Strecke von 800 km in die Luft bläst.

Info

Total Licensing

Das Fachmagazin Total Licensing ist der Lizenzmedienpartner der Spielwarenmesse und Experte für den russischen Lizenzmarkt.

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