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Shoppen & Schlemmen: Das Ladenlokal Spielburg

Interview mit Kristina Nußbaumer
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Geschäftsführer (Dieter und Kristina) des Laden Spielburg
Kristina und Dieter, Geschäftsführer von Spielburg 

Spielwarenmesse:

Das Spielburg-Konzept vereint stationären Handel mit gastronomischen Angeboten. Wie sind Sie auf diese Idee gekommen?

Kristina Nußbaumer: 

Vor zehn Jahren ist in Blaustein ein größeres Ladengeschäft frei geworden. Für unsere Spielburg, damals ein stationäres Einzelhandelsgeschäft, zu groß. Ich hatte allerdings schon immer von einem kleinen, feinen Buch-Café geträumt. Das haben wir dann verwirklicht. Mit drei Café-Tischen begannen wir und erweiterten entsprechend der Nachfrage stetig den Gastro-Bereich. Inzwischen haben wir auf unserer Terrasse fast 50 Sitzplätze und im Inneren weitere 40 Sitzplätze zwischen unseren Verkaufsregalen und -schränken.

Geschenkeschrank
Geschenkeschrank mit vielen verschiedenen Produkten

Spielwarenmesse:

Wie wichtig ist es für Sie, das klassische Einkaufen mit Erlebnis zu kombinieren? 

Kristina Nußbaumer: 

Unser Laden und unser Café stellen wirklich eine Symbiose dar. Gäste, die auf ein Frühstück und ein Käffchen kommen, gehen irgendwann zur Toilette und laufen am Spieleregal und Geschenkeschrank vorbei. Da werden Wünsche geweckt. Wenn Kunden ein Geschenk bei uns einkaufen, verabreden sie sich spontan mit Freunden auf einen Cappuccino oder treffen zufällig Bekannte und trinken einen Kaffee. Kinder dürfen derweil in unserer Kinder-Spielburg spielen, die wir mit jeder Menge Bücher, Spielsachen und kleiner Spiele ausgestattet haben. In unserem Spieleverleih können unsere Kunden Spiele gegen Leihgebühr auch ganz in Ruhe zuhause ausprobieren. Falls sie sich entscheiden, das Spiel zu kaufen, ziehen wir die Leihgebühr vom Kaufpreis ab. 

Spielwarenmesse:

Der Lockdown zur Covid-19 Eindämmung hat im Handel massiv in den Geschäftsbetrieb eingegriffen. Welche Auswirkungen hatte das integrierte Café für die Spielburg?

Kristina Nußbaumer:

Unsere beiden Standbeine – Laden und Café – haben sich auch in Pandemiezeiten extrem gut ergänzt. Wir hatten immer geöffnet und konnten unsere Kunden und Gäste über den ToGo-Bereich versorgen.

Innenraum Spielburg
Einblick in den Gastrobereich Spielburgs 

Spielwarenmesse:

Wie stark wird das Café von den Kunden und Kundinnen genutzt? 

Kristina Nußbaumer:  

Seit der Konzepterweiterung, um unser Café vor zehn Jahren, entwickelt sich unser gastronomisches Angebot stetig weiter. Vom Frühstück über Mittagstisch bis zu Kuchen und Torten sowie Eisbecher haben wir eine immer größere Nachfrage an Tischreservierungen. Unsere Gäste und Kunden fühlen sich bei uns und unserem Mitarbeiterteam wohl. Daher haben wir sehr viele Stammgäste. Manche kommen täglich, andere wöchentlich und wieder andere treffen sich einmal im Monat mit Freunden und Freundinnen oder der Familie.

Spielwarenmesse:

Welche weiteren Ideen oder Träume möchten Sie in Zukunft gerne umsetzen?

Kristina Nußbaumer:

Wir lieben es, Veranstaltungen zu organisieren. Lesungen, Kabarett, Musik-Frühstück und offene Spieletreffs machen uns immer sehr viel Spaß. Wir bieten unser Ladenlokal auch als Eventlocation an und haben schon Familienfeiern und Hochzeiten ausgerichtet. Die Pandemie müssen wir unbedingt hinter uns lassen und wieder mit vollem Elan durchstarten. Allerdings ist es bei uns gerade ausgesprochen schwierig, geeignetes und gutes Personal zu finden – sowohl im Einzelhandel als auch im Gastrobereich. Auch das muss sich unbedingt ändern.

 

Spielwarenmesse:

Gibt es innovative Store-Konzepte, von denen Sie sich inspirieren lassen und durch die Sie auf die ein oder andere Idee für Ihren Laden kommen?

Kristina Nußbaumer:

Wir schauen uns in allen Städten um, in die wir kommen, und besuchen regelmäßig andere Cafés oder Läden mit kleinem Cafébereich. So sehen wir vieles, nehmen immer das mit, was für uns davon geeignet ist, und probieren Neues aus. Allerdings finde ich, dass wir schon wirklich gut sind und bereits unendlich viele Ideen umgesetzt haben. Für die Details im Café-Bereich ist mein Sohn Johannes zuständig. Er ist am Puls der Zeit und setzt mit viel Liebe und Gastrokenntnis die neuen Herausforderungen um. Im Laden haben wir gerade ein sehr gutes Händchen im Einkauf. Für Kleinkind-, Kinder-, Jugend- und Familienspiele sind wir hier in der Region die erste Adresse. Vor allem im Babybereich haben wir eine sehr große Auswahl für werdende Eltern sowie Omas und Opas. Im Spielwarenbereich verzichten wir auf die großen Player wie Barbie, Kunststoffspielwaren, Playmobil, Merchandising-Artikel und ähnliches. Wir verkaufen quantitatives und qualitatives hochwertiges Spielzeug von namhaften Verlagen wie Die Spiegelburg des Coppenrath Verlags, HABA, GOKI, Magellan, ARS, Thienemann, Amigo, Kosmos u.v.m.

Spielwarenmesse:

Die Digitalisierung ist für den Handel eine große Herausforderung. Doch welche Store-Konzepte sind aus Ihrer Sicht auch künftig erfolgreich? 

Kristina Nußbaumer:

Man hört überall in den Medien, dass es im Einzelhandel ohne eigenen Online-Shop nicht mehr geht. Wir sind da anderer Meinung. Wir wollen den stationären Handel ausbauen, setzen auf Regionalität, und bieten gute Beratung, perfekten Service und Zusatzleistungen wie Geschenkeverpackungen an. Bei uns dreht sich alles um den direkten Kontakt zwischen Kunden und Verkaufspersonal. Wir sprechen unsere Kunden beim Namen an, wir sehen die Kinder aufwachsen und begrüßen sie beim Namen. Geburtstagskisten, Geschenkvorschläge, ein gutes, persönlich ausgesuchtes Angebot von Spielwaren und Büchern – das ist die Nische, die wir besetzen. Im Onlinehandel sind wir eine Nummer unter vielen und können uns die notwendige Werbung per Google Ads nicht leisten. In unserem Café wollen wir noch professioneller werden und weitere Zusatzleistungen ergänzen.

Spielwarenmesse: 

Und wie denken Sie, werden sich die Innenstädte zukünftig entwickeln?

Kristina Nußbaumer:

Blaustein ist eine kleine Stadt mit 16.000 Einwohnern. Unsere umliegenden Kommunen kommen auch zu uns zum Einkaufen. Denn regionales Einkaufen wird in unserer kleinen Stadt großgeschrieben. Ulm liegt 10 km entfernt und ist die Stadt unseres Einzugskreises. Doch gibt es dort nur noch wenige Spielwareneinzelhändler. Daher sind wir die Ansprechpartner, bei denen gerne eingekauft wird. Die Aufenthaltsqualität in den Innenstädten muss passen – in unserer kleinen Stadt braucht es unbedingt genügend Parkplätze. Und unsere Stadtverwaltung und auch der Gewerbeverein muss endlich lernen, dass Einzelhandel und Gastronomie DIE Attraktivität des Städtchens ausmachen und Unterstützung brauchen.

Spielwarenmesse:

Frau Nußbaumer, vielen Dank für das Gespräch.

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