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"Carletto musste sich komplett neu aufstellen"

Interview mit Peter Gygax
Header Carletto AG
Porträt Peter Gygax
Peter Gygax

Mit Ihrem neuen Showroom in Nürnberg sind Sie in eine architektonische Perle gezogen. Das Milchhof Palais gilt als Musterbeispiel für die Neue Sachlichkeit und ist anerkannter Klassiker der Moderne. Ein Statement?

Peter Gygax:

Uns gefällt Nürnberg, die Lage und das Gebäude außerordentlich gut! Das Milchhof Palais ist ein kreativer und inspirierender Ort, er passt hervorragend zu Carletto.

 

Der Firmensitz der deutschen Niederlassung in Nürnberg ist sicher ein Grund für die Eröffnung des Showrooms in Nürnberg. Was spricht außerdem für den Standort Nürnberg?

Peter Gygax:

Nürnberg ist die Toy City! Hier trifft sich die Spielwarenbranche nicht nur zur Spielwarenmesse, sondern auch unter dem Jahr. Wir sind erstaunt, wie viele Besucher wir an unserem neuen Standort schon begrüßen durften.

Mitte des vergangenen Jahres ging die Zusammenarbeit mit dem amerikanischen Unternehmen Ty Inc. zu Ende. Carletto hat die Marke in DACH zu einem der führenden Anbieter von Marken-Plüschspielwaren gemacht. Wie konnten Sie diese Lücke in Ihrem Portfolio schließen?

Peter Gygax:

Die unerwartete und einseitige Kündigung des Vertriebsvertrages brachte massive Veränderungen mit sich. Die Carletto Deutschland musste sich komplett neu aufstellen und ausrichten. Carletto vertritt nach wie vor großartige Marken und vermarktet erfolgreich Eigenmarken, die sich alle hervorragend entwickeln.

 

Carletto hat in den letzten Jahren in vielen Sortimenten starke Eigenmarken aufgebaut. Schafft das Konflikte mit den Herstellern, die Carletto vertritt?

Peter Gygax:

Nein, wir achten auf die Balance und den nötigen Fokus. Unsere Eigenmarken schließen bewusst Lücken in unserem Portfolio.

 

Carletto ist weltweit aufgestellt. Mit Carletto Asia Ltd. und dem Free On Board (FOB)-Geschäft können Sie kurzfristig auf Krisen reagieren – aber auch Trends aufgreifen. Verraten Sie uns bitte, wie groß der Anteil des FOB-Geschäftes an Ihrem Gesamtumsatz ist?

Peter Gygax:

Der Anteil ist signifikant und wichtig für die Carletto Gruppe. Carletto Asia Ltd bedient jedoch nicht nur Deutschland, sondern ist auch für andere Märkte tätig.

Showroom Carletto AG
Showroom in Nürnberg

Der stationäre Spielwarenhandel ist weltweit von Corona schwer getroffen. Müssen Hersteller über neue Vertriebsmodelle nachdenken – jenseits des Online-Handels?

Peter Gygax:

Die aktuelle Situation fordert alle Marktteilnehmer, ob Online oder stationär. Die Digitalisierung muss in allen Prozessen gespiegelt werden und ist eine Schlüsselkompetenz für alle Handelsmodelle. Der stationäre Handel hat wesentlich mehr Optionen als nur den offensichtlichen Weg in den Online-Handel. Wir sehen viele kreative und verblüffend smarte Modelle, wie man erfolgreich Spielwaren vermarkten kann. Hersteller müssen diese Modelle erkennen, unterstützen und bedienen.

 

Welche Trends sehen Sie als international vernetzter Spielwarenexperten bei den Produktneuheiten?

Peter Gygax:

Die Megatrends „Nesting“, „DIY“ und „Rural“ sollten sich auch in Produkten, Angeboten und Dienstleistungen widerspiegeln. Die Spielwarenbranche kann diese Trends hervorragend bedienen, viele Warengruppen und Produkte profitieren besonders davon. Besonders analoge Spielerlebnisse und sinnvolle Freizeitgestaltung liegen deshalb hoch in der Gunst der Konsumenten.

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