Märkte

Der Spielzeugmarkt in Frankreich

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Demographische Fakten

Frankreich ist ein sehr wichtiger Markt für Spielzeug und liegt zusammen mit Großbritannien und Deutschland unmittelbar hinter dem Giganten USA und den beiden großen asiatischen Playern China und Japan. Folglich winken gute Umsätze im französischen Spielzeugeinzelhandel.

„Der französische Markt liegt ungefähr gleichauf mit den Märkten in Großbritannien und Deutschland. Er zeichnet sich durch eine hohe Dynamik aus, die sich in den letzten Jahren noch weiter verstärkt hat.“ Yann Fresnel, Toy Influence

Foto vom Eiffelturm in Paris von einem unteren Blickwinkel aus

Frankreich hat derzeit rund 67 Millionen Einwohner und dürfte 2030 die 70-Millionen-Marke geknackt haben. Beim Bevölkerungswachstum liegt das Land auf den vorderen Plätzen in Europa. Mit einem BIP von 2,7 Billionen US-Dollar ist Frankreich die sechstgrößte Volkswirtschaft weltweit. 

Als Gründungsmitglied der Europäischen Union befindet sich Frankreich darüber hinaus im Zentrum einer noch viel größeren Staatengemeinschaft: In der EU leben 447 Millionen Menschen. Das ist weltweit der drittgrößte Wirtschaftsraum überhaupt. Französische Spielzeugunternehmen haben also Zugang zu einem Markt mit einem BIP von insgesamt knapp 18 Billionen US-Dollar.

Frankreich ist eine hoch entwickelte Volkswirtschaft im Herzen der Europäischen Union mit allen Vorteilen, die das mit sich bringt – wie z.B. hohes verfügbares Pro-Kopf-Einkommen und beträchtliche Spendings für Spielzeug.

Entwicklungen im Einzelhandel

In Frankreich haben schon immer die riesigen Hypermarchés aus dem Lebensmitteleinzelhandel den Ton angegeben. Regelmäßig wurden dort zum Jahresende die Preise für Spielzeug gesenkt, was den Markt merklich stimulierte. Der Grund dafür, dass die französischen Megamärkte mitten in der Hochsaison ihre Preise für Spielzeug reduzieren – eigentlich ein No-Go – ist, dass sie so Kunden in ihre Läden locken und dadurch in einer Jahreszeit, in der das Geld sowieso locker sitzt, ihre Umsätze in allen Warenkategorien steigern können. Früher gehörte den Einzelhandelsgiganten Carrefour, Auchan und Leclerc mehr als die Hälfte des französischen Spielzeugmarkts. Mittlerweile machen sie nur noch rund ein Drittel des gesamten Marktvolumens aus, denn ihr Anteil ist parallel zum Aufstieg des Onlinehandels immer weiter zurückgegangen.

„Der Onlinehandel steht für ca. 30% des Umsatzes mit Spielzeug in Frankreich. Die drei wichtigsten Player sind hier Amazon, Cdiscount und FNAC.” Yann Fresnel, Toy Influence

Ein weiterer wichtiger Player im Markt ist der französische Spielzeugfachhandel, der eine breitere Produktpalette anbietet als die Hypermarchés. In jüngster Vergangenheit gab es im Spielzeugfachhandel viel Unruhe und einen Konsolidierungsprozess. Einige Betriebe mussten schließen oder wurden übernommen. Stand heute spielt die 1952 gegründete Genossenschaft Joué Club eine wichtige Rolle, die 300 Läden in Frankreich betreibt. Daneben gibt es noch King Jouet mit aktuell 328 Ladengeschäften, nachdem die Kette 92 Läden von Maxi Toys übernommen hat. Danach folgt die Ludendo Group mit La Grand Récré und Picwic Toys.

Hinzu kommt noch eine Reihe Einzelhändler, die sich auf einige wenige Produktkategorien spezialisiert haben, zu denen auch FNAC gehört (der Produktmix von FNAC umfasst Bücher, Spielzeug & Games, DVDs und andere Home-Entertainment-Produkte). In diesen Geschäften ist die Auswahl an Spielzeug eher eingeschränkt. Dafür wird Wert auf Qualität gelegt und darauf geachtet, dass die angebotenen Waren zueinander passen.

Wenn man ein leistungsfähiges Vertriebsnetz für den Einzelhandel aufbauen will, würde man normalerweise Handelsvertreter oder Vertriebler vor Ort damit beauftragen. In Frankreich gibt es hier allerdings ein paar Fallstricke zu beachten. Zum einen schützt das französische Arbeitsrecht Arbeitnehmer stärker als anderswo und es ist schwieriger und kostspieliger, Mitarbeiter zu entlassen. Zum anderen gibt es Vorschriften auf europäischer Ebene, durch die Handelsvertreter auch ein bis zwei Jahre nach Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses Anspruch auf Provisionen haben. Es lohnt sich also, einen Spezialisten einzuschalten, bevor man sich in Frankreich vertraglich bindet. So können unangenehme Überraschungen vermieden werden.

Auf einer Karte von Europa steht eine Spielfigur in Frankreich

Besonderheiten des französischen Spielzeugmarkts

Alles in allem gibt es in Frankreich die gleichen bekannten Marken wie in anderen europäischen Ländern auch. Lizenzen aus erfolgreichen Filmen und Spielzeugklassiker sind auch hier stark, aber es gibt auch einige Besonderheiten.

Zum Beispiel sind Brettspiele in Frankreich sehr gefragt. 2020 machten sie laut dem französischen Spielzeugverband FJP rund ein Fünftel des gesamten Spielzeugumsatzes aus.

Auch wurde in Frankreich schon immer viel Spielzeug im Land produziert. Während in vielen anderen Ländern die Produktion nach Asien verlagert wurde, gibt es in Frankreich noch diverse lokale Hersteller, deren Zahl in jüngster Zeit sogar wieder zugenommen hat.

„Made in France wächst tatsächlich. Zahlreiche Unternehmen produzieren wieder in Frankreich. Derzeit sind es über 10%.“ Yann Fresnel, Toy Influence

Alles in allem ist Frankreich also ein wichtiger Spielzeugmarkt, der zahlreiche Chancen bietet. Wenn man bestimmte kulturelle und wirtschaftliche Besonderheiten beachtet, winken hier gute Gewinne, denn der Markt ist sehr dynamisch.

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