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Kinder kaufen gerne vor Ort ein

Der lokale Handel ist wieder im Kommen
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Kinder unterstützen den lokalen Handel

Ein weiteres Ergebnis der Pandemie ist, dass Kinder jetzt wieder gerne vor Ort einkaufen und die lokale Wirtschaft stärken wollen, indem sie kleine Unternehmen unterstützen. Jeder zehnte Teenager in Deutschland gibt an, dass er lieber in unabhängigen Geschäften einkauft. Gleiches gilt für Vorschulkinder in Spanien. Auch sie ziehen es vor, im lokalen Handel einzukaufen. Die Zahl der befragten Kinder, die angaben, im letzten Quartal in unabhängigen Geschäften eingekauft zu haben, wuchs um 23%.

Infografik The Insights Family
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In Deutschland zeigen sogar schon dreijährige Kinder ein Interesse daran, die lokale Wirtschaft zu unterstützen. Unsere Umfrage zeigt, dass es bei den von Vorschulkindern getätigten Einkäufen im unabhängigen Einzelhandel im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg um 46% gab. Die meisten Kinder und ihre Familien geben ihr Geld dabei im stationären Handel aus (65%), was belegt, dass auch in einer immer digitaleren Welt ein echtes Einkaufserlebnis nach wie vor unverzichtbar ist. Dadurch ergibt sich für den stationären Handel vor Ort die Chance, eine lebenslange Bindung zu diesen jungen Käufern mit einer Affinität zum stationären Handel aufzubauen – vorausgesetzt es gelingt ihm, die Kids durch die richtige Ansprache zu erreichen.

Gleichzeitig lässt sich in Frankreich beobachten, dass die Kinder dort umweltbewusster geworden sind und mehr Second-Hand-Kleidung tragen. Zalando hatte bereits 2020 begonnen, sich das infolge der Pandemie gestiegene Interesse an gebrauchter Kleidung zunutze zu machen. Seit Oktober betreibt der Online-Versandhändler in Frankreich eine Plattform zum Kauf und Tausch von Second-Hand-Mode. Die Daten von Kids Insights lassen den Schluss zu, dass Zalando-affine Kinder sich auch überdurchschnittlich häufig Sorgen um die Umwelt machen (+39%). Aus dieser Tatsache lässt sich das enorme Potenzial ablesen, die Marke bei dieser Zielgruppe noch beliebter zu machen und weitere Umsätze zu generieren. Markenanbieter tun immer gut daran, genau zu beobachten, wofür sich Kinder interessieren und ihr Angebot entsprechend anzupassen, denn dadurch wird die Attraktivität der Marke gesteigert.

Womit wir wieder bei der Unterstützung des lokalen Handels wären, denn auch dieser Trend lässt darauf schließen, dass die Kids sich aufgrund der durch die Pandemie erzwungenen Kontaktlosigkeit wieder verstärkt nach Gemeinschaft sehnen. In Deutschland nutzen die 3-9-Jährigen in erster Linie YouTube, um sich zu informieren, was ihre Lieblingsgeschäfte so anbieten. Deswegen sollten Händler im Rahmen ihrer Marketingstrategie durchaus in Betracht ziehen, Content für YouTube zu produzieren, um das Gemeinschaftsgefühl zu stärken, die Zielgruppe effektiver anzusprechen und sich eine treue Fanbasis aufzubauen.

Was heißt das nun in der Praxis?

Wie bereits erwähnt, gibt es bei deutschen Kindern den Trend, offline einzukaufen. Gleichzeitig wird das Ökosystem dieser Zielgruppe immer digitaler. Jungs zwischen 6 und 9 Jahren verbringen aktuell durchschnittlich 46 Minuten pro Tag online. Am populärsten sind hier YouTube (das 34% der Befragten als ihre Lieblingsplattform angeben) und Roblox (3%).

Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass die Vertriebskanäle Direct-to-Consumer (D2C) und Over-the-Top (OTT) stark gewachsen sind. Selbst Anfang 2020, also noch vor Corona, prognostizierte mehr als die Hälfte der Unternehmen, dass ihre Umsätze aus dem Direktvertrieb stark ansteigen würden. Die Pandemie hat diesen Trend zusätzlich beschleunigt, weswegen viele Marken ihr Vertriebsmodell umgestellt haben und den traditionellen Einzelhandel mittlerweile komplett umgehen. 

D2C ermöglicht es kleinen unabhängigen Herstellern, ihre Käufer direkt anzusprechen ohne auf Zwischenhändler zurückzugreifen. Vielmehr wird direkt mit den Kunden über die sozialen Medien kommuniziert.

Info Media Mix-Kompass

Dieses Echtzeit-Medien-Tool liefert unabhängige Daten zum Medienkonsum von Kindern und bietet Unterstützung bei der Entscheidungsfindung im Bereich Markenführung in einem immer stärker fragmentierten Ökosystem. Mithilfe des 360°-Überblicks über die Ökosysteme, in denen sich Kids, Tweens und Teenager bewegen, können Daten nach Land, Region, Geschlecht oder Alter oder aber nach Einstellungen, Verhalten und Konsum aufgegliedert werden.

Wenn Sie mehr über den Media Mix-Kompass erfahren und kostenfrei die Basisversion des neuen Portals The Insights Family Portal 4 nutzen wollen, klicken Sie: https://try.theinsightsfamily.com/spielwarenmesse/

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Über den Autor:

Insights Family befragt wöchentlich knapp 7.000 Kinder zwischen 3 und 18 Jahren in 17 Ländern, was mehr als 362.000 Kindern pro Jahr entspricht. Wir erheben nicht nur globale Daten, sondern segmentieren sie auch nach lokalen und regionalen Kriterien. Dafür befragen wir jedes Jahr 21.300 Kinder aus ganz Deutschland.