Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit – ganz konkret

Wer mit offenen Augen durch die Welt geht, erlebt täglich auf allen medialen und politischen Ebenen die Bedeutung, die der eher unscharfe Begriff „Nachhaltigkeit“ inzwischen erreicht hat.

Die vielen hundert Seiten starken Berichte der Wissenschaftler des IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) unter dem Dach der UN zeigen die wohl bedrohlichste Seite unserer nicht-nachhaltigen Wirtschafts- und Lebensweise auf. Doch genügt inzwischen auch ein Blick in den Garten oder die erreichbare Umgebung, wo Dürre und Brände oder ein Übermaß an Niederschlag Spuren oder gar Verheerungen hinterlassen. Weltweit passiert das, an jedem Tag, und nirgendwo ist man davor geschützt. Der Druck, den der Klimawandel nicht nur auf die Natur ausübt, ist für viele Menschen bereits beängstigend. Die Begriffe „Klimakrise“ oder gar „Klimanotstand“ sind angesichts der Risiken wohl angemessener. Jüngere fürchten um eine lebenswerte Zukunft („Klimaangst“), andere sehen morgen ihre Arbeitsplätze und ihren Wohlstand in Gefahr. In vielen ärmeren Gegenden der Welt sind Menschen womöglich zur Flucht gezwungen, um überhaupt überleben zu können. Die internationale Politik reagiert darauf mit Wahlprogrammen und diversen Maßnahmen, aber es bleibt das wachsende Gefühl der persönlichen Bedrohung und der Überforderung. Doch wer sich durch Handlung und mit Lösungen dagegenstellt, kann ganz bestimmt damit besser umgehen. Und trägt so dazu bei, dass wir das Schlimmste verhindern werden und viel Gutes gewinnen können. 

Klimaschutz muss die Leitlinie sein

Nichts hat stärkeren Einfluss und eine höhere Dringlichkeit als die Begrenzung des Klimawandels. Die Veränderung des Klimas, wie wir es heute erleben, ist durch Menschen verursacht – daran besteht kein Zweifel mehr. Die Fragen drehen sich heute alleine darum, was zu tun sei. Dabei ist sich die Wissenschaft in großen Teilen einig: Es gilt vor allem, die Geschwindigkeit des Anstiegs der CO2 Emissionen zu verringern und so das Ausmaß des Temperaturanstiegs auf 1,5 oder höchsten 2,0 Grad zu begrenzen. Dabei geht es um jedes Zehntel Grad Celsius, denn es ist absehbar, dass die stark ansteigende Erwärmung an bereits identifizierten Kipppunkten zusätzlichen Schub erfahren wird. Die Folgen werden dann immer schwieriger in den Griff zu bekommen sein, damit verbunden ist eine wachsende Instabilität auf allen Ebenen, der Kontrollverlust. Die Dauer der Klimakrise wird sich durch beherztes Eingreifen verkürzen lassen und nicht womöglich Jahrhunderte oder länger andauern. Warum ist Klimaschutz die von Vielen anerkannte höchste Priorität? Es gibt keinen Lebensbereich, der durch die Klimakrise nicht mindestens mittelbar massiv schädlich betroffen sein. Ein „weiter so“ wird sich am Ende als Unmöglichkeit und somit existenzieller Fehler entlarven. Umgedreht ist es so, dass wir bei der Durchsetzung von CO2-armen Lösungen an fast allen Stellen viel zu gewinnen haben. 

Was können wir tun?

Einzelne können durch ihr Kaufverhalten oder durch entsprechende umwelt- und klimaschonende Lebensweise einen Beitrag leisten, der sich durch Vielzahl multiplizieren lässt. Bewegungen wie Fridays for Future, von Kindern und jungen Menschen angeführt, zeigen welche politische Kraft in klarer Überzeugung steckt. Sie verändern Familien, Gesellschaften, das Denken und das Morgen. Einzelne wirken an vielen Stellen, nicht zuletzt in wichtigen Rollen in Unternehmen. Tesla, das vielleicht herausragendste Neu-Unternehmen der vergangenen zehn Jahre zeigt, welche Kraft in neuen Ideen steckt. Tesla beweist, dass in angepasst-zukunftsfähiger Form Mobilität und die damit verbundene Lebensqualität nicht nur mindestens erhalten, sondern sogar auf ein neues Level gehoben werden kann. Denn elektrisch-digitale Fortbewegung à la Tesla verheißt doch auch: Unterhaltung statt Stress beim Fahren, vielleicht mit der Familie Mensch-Ärgere-Dich-Nicht spielen bei gleichzeitig stark verringerten Emissionen. Das Tesla-Versprechen transportiert dabei eine System-Denkweise, denn es soll im nachhaltigen Kontext eingelöst werden: Tesla denkt genauso an das Batterierecycling wie an die Speicherung erneuerbarer Energien in einem neuen Energiewirtschaftsmodell. Es geht nicht nur ums Fahren.

Unternehmen sind der Schlüssel

Unternehmen haben es in der Hand, Lösungen zu entwickeln, die vielen zu Nutzen kommen und nicht wieder gleich Schäden an anderer Stelle erzeugen. Sie können mitmachen und sich mit klimaneutralen Energien versorgen lassen, oder - besser noch - in erneuerbare Energien investieren und sie produzieren. Das geht im Kleinen wie im Großen. Geschäftsmodelle der Zukunft haben immer den eigenen CO2 Ausstoß im Blick und setzen sich ambitionierte und möglichst nachweisliche Reduktionsziele, um diese zu erreichen. Sie dürfen dabei darauf vertrauen, dass die Energieversorgung von Regierungen und Gesetzgebern entsprechend „auf erneuerbar“ umgestellt wird. In einigen Ländern sind die Fortschritte bereits groß, viele andere müssen folgen. 

Doch ist diese Kernaufgabe nicht die einzig wichtige, es geht über die Energieversorgung und Fortbewegung hinaus. Auch die materielle Welt, beispielsweise die Spiele der Spielwarenindustrie, kann weitgehend aus klimaschonenden Produkten bestehen. Dazu müssen die verwendeten Materialien entsprechend ausgewählt sein. Das Spiel der Zukunft muss weiteren Ansprüchen genügen als nur Vergnügen oder bloße Ablenkung zu sein. Langlebigkeit, Recyclingfähigkeit, die Nutzung von recycelten oder nachwachsenden Rohstoffen sind die Kernelemente, auf denen das materielle Nachhaltigkeitsfundament stehen wird. Wer sich daran ausrichtet, liegt richtig. 

Geld oder Leben

Es gab Zeiten, da hat man Stämme indigener Bevölkerung ausgelöscht, um an deren Gold zu kommen. Die Beweggründe der Handelnden waren unbedingt verabscheuungswürdig, damals wie heute. Wer heute das Primat der Ökonomie an oberste Stelle für sein Handeln setzt und Nachhaltigkeit als nice to have betrachtet, wird aber bald jenseits jeder moralisch-ethischen Diskussion feststellen: Das war doch sehr dumm und reichlich kurzsichtig. Denn die katastrophalen Veränderungen, mit denen die Klimakrise den gesamten Planeten überziehen wird, sind in eine nahe Zukunft projiziert. Der gewonnene Reichtum bedeutet kein Glück mehr. Die früher zu oft ungestraft Davongekommenen und ihre Nachkommen werden an Handlungsfolgen leiden, es gibt kein Entrinnen. Deshalb: Wer Familie hat und Generationendenken kennt, hat heute gar keine Wahl, als Beiträge zu leisten und in Nachhaltigkeit zu investieren. Nicht morgen, jetzt. Nicht mit Spielgeld, sondern mit Wirkung. Nicht nur für das viel bessere Gefühl, sondern weil andere Geschäftsmodelle keine gute Zukunft haben.

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Links:

Intergovernmental Panel on Climate Change: www.ipcc.ch

New Plastics Economy: www.newplasticseconomy.org

News on sustainable materials: https://renewable-carbon.eu/news/

EU Green Deal Policy: https://ec.europa.eu/info/strategy/priorities-2019-2024/european-green-deal_en