Märkte

Online – aber sicher!

Medienangebote für Kinder
Header_Digitale Sicherheit für Kinder

Pandemie-Folgen: Mediennutzung unter Kindern boomt

Unterricht per Videokonferenz, Freunde treffen im Chat, Besuch bei den Großeltern nur online: Das Jahr 2020 hat wegen der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie digitale Medien für viele Kinder und Jugendliche noch stärker in den Vordergrund gerückt als je zuvor. Das belegt auch eine Studie des dänischen Spielzeugherstellers Lego1 aus diesem Jahr, für die 1.000 Eltern befragt worden sind: Vor allem der Dialog mit dem Freundeskreis (plus 43 Prozent) und der Medienkonsum (plus 31 Prozent) standen im Vordergrund. 

Frage nach Online-Sicherheit der Kindermedien wird lauter

Dieser digitale Boom rückt aber auch die Frage nach der Sicherheit von digitalen Kanälen und Plattformen stärker in den Fokus. Mit diesem Thema setzt sich auch die Studie „EU Kids Online 2020“2 auseinander, die dazu Kinder und Jugendliche aus 19 Ländern befragt hat. Dabei geht es um sichere Kommunikation in sozialen Medien ebenso wie den Schutz vor nicht altersgerechten Medien und um die Datensicherheit. 

Wie wichtig diese Ziele sind, macht unter anderem eine Initiative in Großbritannien deutlich. Dort soll ab Herbst 2021 ein neuer „Code of Practice“ 3 gelten, um Kinder bei der Online-Nutzung besser zu schützen. Auch das aktuell im November 2020 ausgetragene „Internet Governance Forum“ der Vereinten Nationen4 (IGF) beschäftigt sich seit Jahren mit der Frage: Immer mehr Kinder weltweit nutzten als „digitale Bürger“ („digital citizens“) das Netz, um „zu lernen, zu kommunizieren und zu spielen“.

„Digital Natives“ und Unterstützung durch die Eltern

Die meisten Eltern unterstützen ihre Kinder auf dem Weg zu einem verantwortungsvollen Umgang mit der digitalen Welt, haben die Autoren der Lego-Studie erfahren: Rund 80 Prozent der jungen Nutzer bekommen demnach von ihren Eltern gezielten Rat zur sicheren Nutzung des Internet. Dass sich Eltern hier einbringen, bestätigt auch die „Children’s Internet Usage Study“ 5 des amerikanischen Center for Cyber Safety and Eduction: Sie führt aus der Befragung von Schülerinnen und Schülern der Klassenstufen vier bis acht sogar an, dass 87 Prozent der Kinder den sicheren Umgang mit dem Internet vermittelt bekommen.

Auf der anderen Seite gibt es jedoch immer häufiger einen eklatanten Unterschied in der technischen Fähigkeit der Nutzung digitaler Kommunikation und Medien: Dann sind es nicht die Eltern, die den Kindern helfen, sondern diese – durch ihre smarten Endgeräte und eine „always-on“-Nutzung geprägt, helfen den älteren Familienmitgliedern dabei, anspruchsvollere Aufgaben im Netz zu lösen.

Spielzeughersteller werden zu Plattformanbietern

LEGO Life App: Übersicht der Funktionen
Lego Life App

Für Spielzeughersteller bietet diese Situation eine Chance: Mit sicheren Web-Plattformen für Kinder und Jugendliche können sie Verantwortung übernehmen und gleichzeitig ihre jungen Endkunden über digitale Kanäle enger an sich binden. Lego hat diesen Weg 2017 eingeschlagen und die Plattform „Lego Life“ gestartet. Hier können junge Baumeister ihre Modelle und Ideen posten und sich darüber austauschen. 

Das nach Angaben des Unternehmens als „sicheres soziales Netzwerk für Kinder unter 13 Jahren“ konzipierte Angebot wird über eine kostenlose App für iOS und Android erschlossen. Zu den Merkmalen der Plattform gehören die authentifizierte Zustimmung der Eltern, die Prüfung aller Posts durch das Moderatorenteam von Lego und der Verzicht auf Klarnamen und Profilbilder. Deutlicher Unterschied zu den großen sozialen Medienkanälen: Statt des Risikos von Hasskommentaren sorgt die moderierte Kommunikation für eine freundlich-positive Kommunikation. 

Zudem werden Kinder mit Einblendungen der Figur „Käptʼn Sicherheit“ für die Bedeutung von Online-Sicherheit sensibilisiert: Zum Beispiel sollen sie keine persönlichen Informationen preisgeben. Bei der Konzeption des Netzwerks hat Lego sogar mit dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, UNICEF, zusammengearbeitet.

Sicherheit für digitale Spielzeuge

Produktabbildung der Pebble Gear Kids Tablet
Pebble Gear Kids Tablet

Besonders stark rückt die Frage der digitalen Sicherheit bei Spielzeugen in den Vordergrund, die selbst auf den entsprechenden Technologien aufbauen. Gerade im Bereich der Lernspielzeuge und von MINT, aber auch bei interagierenden und vernetzten Produkten und bei Medienspielzeug sind diese Schnittstellen stark ausgeprägt. Auf die entsprechenden Herausforderungen für den Datenschutz von Kindern und Jugendlichen haben unter anderem Ingrida Milkaite und Eva Lievens von der belgischen Universität Gent bei einem Workshop des Digital Freedom Fund (DFF) in Berlin hingewiesen. 6

Sensibilität für das Thema zeugt zum Beispiel Pebble Gear7 mit den aktuellen „Kids Tablets“ für Kinder zwischen 3 und 8 Jahren: Die Tabletcomputer für das Vor- und Grundschulalter in den Disney-Designs „Mickey and Friends“ sowie „Disney Pixar: Cars“ sind auf einen sicheren Einstieg der Kinder in die digitale Welt ausgelegt. Dabei geht es insbesondere um Kontrollfunktionen, mit denen die Eltern den Überblick darüber behalten, welche Inhalte die Kinder konsumieren und wie lange sie digital aktiv sind. 
 

Schon unseren Newsletter abonniert?

Expertenwissen, die neuesten Trends und aktuelle Entwicklungen der Branche. Bleiben Sie mit dem monatlichen Besuchernewsletter der Spielwarenmessetop informiert

Quellen:
1 Vgl.: Lego-Presseinformation vom 24. Juni 2020.
2 Vgl.: http://eukidsonline.net
3 Vgl.: https://ico.org.uk/about-the-ico/news-and-events/news-and-blogs/2020/01/ico-publishes-code-of-practice-to-protect-children-s-privacy-online/
4 Vgl.: https://www.intgovforum.org/multilingual/content/dynamic-coalition-on-child-online-safety-dccos
5 Vgl.: https://isc2-center.my.salesforce.com/sfc/p/ - G0000000iVSt/a/0f000000fyoc/TYQ9XvDATBA78rR00G.PGJ9fmaLm1vQfAW9HCpy3GWk
6 Vgl.: https://digitalfreedomfund.org/towards-a-better-protection-of-childrens-personal-data-collected-by-connected-toys-and-devices/
7 Vgl.: Pebble Gear-Presseinformation vom 17. November 2020.